bach (re)inventions - the making of

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published by Martin Rummel
on January 26, 2013

Nun also - mal wieder - Bach bei paladino. Zur Eröffnung des paladino blog ein Bericht auf deutsch und aus dem eigenen Haus, was hier nicht die Regel sein soll, aber sicher auch immer wieder vorkommen wird. Anderthalb Tage haben Eric Lamb und ich in Schloss Weinberg zugebracht, um unser Album "bach (re)inventions vol. 1" aufzunehmen. Es kommt für einen Flötisten und einen Cellisten selten vor, dass sie eine Klavier-CD machen … aber warum nicht? Pianisten spielen ja schließlich auch Beethoven-Symphonien. Die zweistimmigen Inventionen waren der Ausgangspunkt, und dazu kommen ein paar Stücke aus dem "Notenbüchlen für Anna Magdalena Bach", ein Präludium und eine Fuge aus dem Wohltemperierten Klavier und verschiedene Einzelsätze aus Englischen und Französischen Suiten. Das alles ist aber nicht so rasend spannend und wird vor allem auch dem CD-Booklet zu entnehmen sein.

 

Was aber spannend war, war während der Vorbereitung das Hören verschiedener Aufnahmen der Inventionen. Drei sehr verschiedene sind sozusagen in die engere Wahl gekommen, die wir dann doch mehrfach gehört haben, eine auf dem Cembalo und zwei auf dem Klavier. Bob van Asperens Aufnahme auf dem Cembalo ist wahrscheinlich die "ernsthafteste" von den dreien. Am erstaunlichsten waren die Unterschiede zwischen den dreien in der e-moll-Invention, wo van Asperens eleganter, aber melancholischer Schwung dem romantischen Gestus der beiden Pianisten diametral gegenübersteht. Wir haben dann versucht, eine Mischung zu finden …

 

Ach ja, die Pianisten - natürlich András Schiffs inzwischen etwas in die Jahre gekommene Aufnahme, die besonders aufnahmetechnisch irgendwie nicht mehr so ganz überzeugt, auch wenn es für mich, weil es eben die erste Aufnahme war, die ich bewusst von diesen Stücken gehört habe, immer noch die vertrauteste ist. Seltsam romantisch kommt sie einem vor, wenn man van Asperen gerade davor gehört hat, obwohl "romantisch" ja wirklich nicht das Attribut ist, das man András Schiff als Bach-Spieler leichtfertig zuschreiben würde. Und dann, man glaubt es kaum, hat uns wirklich sehr gut gefallen, was Evgeni Koroliov mit den Inventionen macht. Irgendwie ist das ganz toll und tiefgründig, auch wenn es da diese "bad ass"-Momente gibt, zum Beispiel in Nr. 8 und Nr. 15. He got rhythm, jedenfalls. Cool.

 

Wie diese Musik mit Flöte und Cello klingt? Das können Sie im April hören … Bis dahin kann ich nur empfehlen, sich einfach mal quer durch die Aufnahmen zu hören, von denen es weniger gibt als man bei so berühmten Stücken denken würde.